Website mit dem Baukasten selbst bauen oder machen lassen?
Wix, Jimdo, Squarespace, IONOS: Die Werbung verspricht, dass man eine Website in einer Stunde selbst baut. Das stimmt sogar, zumindest für die erste Version. Ob ein Baukasten für Ihren Betrieb die richtige Wahl ist, hängt aber weniger von der Technik ab als von einer einfachen Frage. Wer kümmert sich danach?
Was für einen Baukasten spricht
Ein Baukasten ist günstig. Je nach Tarif zahlen Sie meist einen niedrigen zweistelligen Betrag im Monat, Hosting und SSL sind dabei. Sie brauchen keine Agentur und keinen Programmierer, und Sie können jederzeit selbst etwas ändern.
Die Vorlagen sehen ordentlich aus, und die meisten funktionieren auf dem Handy. Für einen Solo-Selbstständigen, einen Verein oder einen Betrieb, der erst einmal überhaupt online sein will, ist das oft völlig in Ordnung.
Wo es in der Praxis hakt
Die Technik ist selten das Problem. Schwierig wird es an anderen Stellen.
Die Zeit. Eine Website zu bauen dauert länger als eine Stunde, wenn sie gut werden soll. Texte schreiben, Fotos aussuchen, Seiten aufbauen, Impressum und Datenschutz einrichten. Wer einen Betrieb führt, macht das abends nach Feierabend, und oft bleibt es bei der halbfertigen Version.
Die Texte. Der Baukasten liefert schöne Vorlagen, aber keine Inhalte. Viele selbstgebaute Seiten sehen deshalb gut aus und sagen trotzdem wenig darüber, was der Betrieb macht und für wen. Für Google und KI-Suchen ist genau das der wichtigste Teil.
Die Pflege. Wer die Seite gebaut hat, kennt sich aus. Wenn diese Person den Betrieb verlässt oder keine Zeit mehr hat, kennt sich niemand mehr aus. Das ist der häufigste Grund für veraltete Websites, den wir sehen.
Der Umzug. Viele Baukästen lassen sich nicht einfach mitnehmen. Wer später wechseln will, baut die Website meist neu.
Eine einfache Rechnung
Rechnen Sie die eigene Zeit ehrlich mit. Wenn Sie für eine gute Website mit Texten und Fotos 30 Stunden brauchen und Ihre Stunde im Betrieb 60 Euro wert ist, steckt in der „kostenlosen“ Seite schon Arbeit für 1.800 Euro. Dazu kommen die Abende, in denen Sie Öffnungszeiten anpassen, Bilder tauschen und herausfinden, warum das Kontaktformular keine Mails mehr schickt.
Das heißt nicht, dass ein Baukasten falsch ist. Es heißt nur, dass er selten so billig ist, wie er aussieht.
Wann eine Agentur die bessere Wahl ist
- Sie haben keine Zeit oder keine Lust, sich selbst um die Website zu kümmern.
- Die Website soll Kunden oder Bewerber bringen, nicht nur zeigen, dass es Sie gibt.
- Sie wollen bei Google und in KI-Suchen für Ihre Leistungen in Ihrer Region gefunden werden.
- Es gibt im Betrieb niemanden, der die Seite dauerhaft pflegt.
Achten Sie dann darauf, dass die Pflege geregelt ist. Eine Agentur, die baut und danach verschwindet, löst nur die Hälfte des Problems. Deshalb arbeiten wir mit einem festen Paket, in dem Änderungen an Texten und Bildern im Monatspreis enthalten sind. Was das kostet, steht in unserem Artikel Was kostet eine Website.
Drei Fragen für Ihre Entscheidung
- Wer im Betrieb hat in zwei Jahren noch Zeit, die Website zu pflegen?
- Was soll die Website bringen? Anrufe, Anfragen, Bewerbungen, oder einfach nur da sein?
- Wie viel ist Ihnen ein Abend in der Woche wert?
Wenn Sie bei der ersten Frage einen Namen haben und bei der zweiten „einfach da sein“ antworten, nehmen Sie einen Baukasten. In allen anderen Fällen lohnt sich ein Gespräch.