Licht an · Social Recruiting

Wie Betriebe über Instagram und Facebook neue Leute finden

Noxy · Oktober 2026

Wer heute eine Physiotherapeutin, einen Elektriker oder eine PTA sucht, schaltet meistens eine Anzeige im Jobportal. Dann wartet man. Oft kommt wenig, manchmal gar nichts. Das liegt selten an der Stelle. Die Leute, die man sucht, schauen schlicht nicht in Jobportale.

Die meisten suchen gar nicht

Gute Fachkräfte haben in der Regel einen Job. Sie sind halbwegs zufrieden und würden wechseln, wenn ein besseres Angebot vorbeikommt. Aktiv danach suchen sie aber nicht. Auf Instagram und Facebook sind dieselben Menschen trotzdem jeden Abend unterwegs.

Genau dort setzt Social Recruiting an. Man zeigt eine Stelle denen, die gerade nicht suchen, und zwar so, dass sie neugierig werden.

Was eine Anzeige braucht, damit sich jemand meldet

Zuerst echte Bilder. Stockfotos von lachenden Menschen im Kittel erkennt jeder sofort, und sie erzählen nichts über den Betrieb. Ein Handyfoto vom echten Team in der Mittagspause wirkt stärker als jedes Fotoshooting.

Dann die Infos, die Bewerber wirklich wissen wollen. Wie viele Stunden? Gibt es Fortbildungen? Wie kommt man zur Arbeit? Beim Therapiezentrum Feldmann in Heiligenhaus stand in der Stellenanzeige für das Physio-Team zum Beispiel, dass das Zentrum Fortbildungen unterstützt und für Hausbesuche E-Autos stellt. Solche Sätze lesen Physiotherapeuten genauer als jedes „wir bieten ein dynamisches Umfeld“.

Und der Weg zur Bewerbung muss kurz sein. Für den ersten Kontakt reicht vielen eine Nachricht oder ein Anruf. Den Lebenslauf kann man später nachreichen.

Nur die Region, nicht ganz Deutschland

Anzeigen auf Instagram und Facebook lassen sich auf einen Umkreis eingrenzen, etwa 20 Kilometer um den Betrieb. Ein Handwerksbetrieb in Velbert zahlt dann nur für die Leute, die realistisch jeden Morgen zu ihm fahren würden. Das macht Social Recruiting auch für kleine Budgets interessant.

Die Karriereseite fehlt fast immer

Wer über eine Anzeige neugierig wird, klickt. Landet er dann auf der Startseite der Firma, zwischen Produkten und Öffnungszeiten, ist er schnell wieder weg. Deshalb braucht es eine eigene Seite für Bewerber, mit dem Team, den offenen Stellen und einem einfachen Formular.

Bei den Apotheken im Viertel, unter anderem in Dorsten, haben wir genau so eine Seite gebaut, nachdem wir dort schon länger die Social-Media-Kanäle betreut hatten. Seitdem läuft das Recruiting über Posts, Anzeigen und diese eine Seite zusammen.

Geduld zahlt sich aus

Eine Anzeige, die zwei Wochen läuft, bringt selten die richtige Person. Wir planen Recruiting über mehrere Monate. Am Anfang testen wir verschiedene Bilder und Texte, und nach ein paar Wochen sieht man, was ankommt. Dann wird nachgeschärft. Beim Therapiezentrum Feldmann laufen die Anzeigen seit 2022, 2024 kam eine eigene Kampagne für Auszubildende dazu.

Womit Sie morgen anfangen können

  1. Machen Sie drei Fotos von Ihrem Team bei der Arbeit, mit dem Handy.
  2. Schreiben Sie auf, warum Ihre Leute gern bei Ihnen arbeiten. Fragen Sie sie einfach.
  3. Prüfen Sie, ob man auf Ihrer Website in zwei Klicks bei den offenen Stellen landet.
Sollen wir uns das bei Ihnen anschauen?
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